Lack polieren

Ist der Lack matt, verwittert oder leicht zerkratzt z.B. durch Waschanlagen, hilft meist nur eins: polieren. Hierbei wird im Grunde genommen Lack herunter geschliffen und dabei geglättet. Die Schichtdicke des Klarlackes beträgt in der Regel ca. 20 bis 40 µm. Bei einer Maschinenpolitur werden ca. 2 - 4 µm abgetragen, bei Handpolitur weniger.
Es gibt verschiedene Polituren, von der Schleifpaste - hoher Abtrag für grobe Defekte über die Feinschleifpaste bis zur Hochglanzpolitur für leichte Defekte. So kommen je nach Zustand des Lackes verschiedene Polituren zum Einsatz. Grobe Polituren können auch punktuell bei Kratzern verwendet werden. Profis greifen hier auch zu Nasssandschleifpapier (2000er), hierzu gehört allerdings einiges an Erfahrung.
Sollte der Lack jedoch in einem relativ guten Zustand sein, reicht hier in der Regel eine Feinschleifpaste oder Hochglanzpolitur aus. Diese kann per Hand, am besten mit einem Polierschwamm aufgetragen werden. Hierbei eine geringe Menge Politur auf den Schwamm geben und mit gleichmässigen kreisenden Bewegungen einen Abschnitt von ca. 50 x 50 cm bearbeiten. Anschliessend Politurrückstände mit einem Mikrofasertuch aufnehmen.
Sind grössere Flächen zu bearbeiten und ist der Lack in einem schlechten Zustand, empfiehlt sich eine Poliermaschine. Da sich die Anschaffung für die meisten Leute nicht loht, sollte man versuchen sich eine Maschine zu leihen oder zu mieten (Werkzeugverleih).

Es gibt unterschiedliche Typen von Poliermaschinen: Rotationsmaschinen und Exzentermaschinen

Bei der Rotationsmaschine dreht sich der Polierteller einfach um die eigene Achse. Bei dieser Maschine ist je nach Pad-Grösse, Pad-Härte, Politur und Drehzahl ein hoher Lackabtrag  und somit ein zeiteffektives Arbeiten möglich. Jedoch kann es zu beachtlicher Wärmebildung kommen und somit können ungeübte Anwender ernste Lackschäden verursachen. Auch ist das Risiko von Hologrammbildung recht hoch. Somit empfiehlt sich der Rotationspolierer nur für erfahrene Nutzer.

Exzenterpolierer: Profimaschinen verfügen über eine Zwangsrotationsantrieb, d.h. der Polierteller führt exzentrische und kreisende Bewegungen gleichzeitig aus. Dies simuliert die kreisenden Polierbewegungen der menschlichen Hand. Der Lackabtrag ist bei gleicher Zeit geringer als beim Rotationspolierer, jedoch ist die Wärmeentwicklung deutlich geringer und die Maschine liegt ruhiger. Das Risiko von Hologrammbildung ist somit entsprechend gering. Für den Anfänger die besser Wahl und für die meisten Anwendungen völlig ausreichend.

Mit der Politur des Lackes schaffen Sie die Grundlage für ein perfektes Finish. Eine makellose Oberfläche und tiefen Glanz bekommt der Lack nur, wenn er gut vorbereitet/poliert wurde.
Wichtig: nach dem Polieren muss der Lack versiegelt werden. Dies gibt nicht nur den vollen Glanz sonder schützt ihn auch vor Verwitterung.